Bluthochdruck
Liebe Patientin, lieber Patient!
Bluthochdruck: Haben wir das nicht schon alle mal gehört? Irgendwer aus unserem Freude- oder Familienkreis nimmt Medikamente gegen einen zu hohen Blutdruck ein, vielleicht sogar man selber. Aber: was ist denn das überhaupt? Und warum sollte man den Blutdruck einstellen?
Was ist „Blutdruck“?
Unser Herz pumpt mit jedem Herzschlag Blut in unsere Gefäße. Damit werden unsere Organe und alle anderen Gewebe (zum Beispiel unsere Muskeln) mit Blut versorgt, was diese für ihre Funktion benötigen. Der Blutdruck wird in einen systolischen („oberen“) und diastolischen („unteren“) Blutdruck unterteilt und in einer Einheit gemessen, die mmHg heißt. Der Blutdruck wird also immer mit zwei Werten angegeben. Der systolische („obere“) Blutdruck wird durch die Auswurfkraft der linken Herzkammer erzeugt. Der diastolische („untere“) Blutdruck wird in den herznahen großen Schlagadern (Aorta) erzeugt, wo mit jedem Herzschlag ein Teil des Blutes gespeichert und dann langsam abgegeben wird. Der Blutdruck schwankt im Tagesverlauf, zum Beispiel beim Sport oder Treppensteigen steigt er regelhaft an, während er im Schlafen oder in Ruhephasen niedriger ist.
Was ist ein „Bluthochdruck“?
Von einem Bluthochdruck sprechen wir, wenn der systolische („obere“) Wert sich dauerhaft über 140 mmHg befindet oder der diatolische („untere“) Wert sich dauerhaft über 90 mmHg befindet. Es ist wichtig, zu erkennen, dass ein Bluthochdruck vorliegt, weil ein hoher Blutdruck ein Risikofaktor für weitere Herz- Kreislauf- Erkrankungen (wie Herzinfarkt, Herzschwäche, Schlaganfall) und Nierenerkrankungen (bis zur Blutwäsche/Dialyse) ist.
Wie misst man den Blutdruck?
Meist misst man den Blutdruck mit einem Stethoskop und einer Blutdruckmanschette am Oberarm. Oft wird eine Langzeit- Blutdruckmessung über 24 Stunden erfolgen, in der regelmäßig über einen ganzen Tag Aufzeichnungswerte erhoben werden können. So kann man die Diagnose eines Bluthochdrucks genauer stellen als mit einmaligen Messungen. Auch zuhause kann man selber den Blutdruck messen. Die Messungen, die man selber durchführt, helfen, dass man gemeinsam die Medikamente richtig dosieren und einstellen kann. Vor der Messung sollte man sich fünf Minuten hinsetzen, damit man die Werte nicht verfälscht.
Wie kann man einen Bluthochdruck senken?
Oft ist es hilfreich, wenn man bei nur leicht erhöhten Blutdruckwerten zunächst seinen eigenen Lebensstil ein bisschen anpasst. In Studien konnten manche Menschen ihren Blutdruck senken, indem sie ein paar Kilo Gewicht abgenommen haben. Extreme Diäten helfen hierbei aber nicht, es ist eher ratsam, die Ernährung umzustellen und auf genügend Bewegung jeden Tag zu achten. Wenn man seinen Blutdruck senken möchte, dann sollte man zwei bis drei Stunden Ausdauersport in der Woche in seinen Alltag einbauen: Spazierengehen, Wandern, lockeres Joggen, Radfahren und Schwimmen sind zu empfehlen. Suchen Sie sich aus, was Ihnen am meisten gefällt. Und keine Sorge: das Tempo ist dann richtig, wenn Sie sich noch problemfrei unterhalten können. Eine Ernährung mit wenig Salz kann ebenso dazu beitragen, dass der Blutdruck sinkt. Als Richtmenge gilt etwa 1 Teelöffel salz pro Tag. Manchmal reicht es allerdings nicht aus, nur mit einer Änderung des Lebenstils die Ziel- Werte für den Blutdruck zu erreichen. Bei dauerhaftem Bluthochdruck können Medikamente vor Folgeerkrankungen schützen. Es gibt unterschiedliche Medikamentengruppen, die einen Einfluss auf den Bluthochdruck haben. Anhand eventuell bestehender Vorerkrankungen wählen wir gemeinsam die individuell am besten wirksamen Medikamente aus. Manchmal reicht auch ein Medikament nicht aus, sondern man muss mehrere Wirkstoffe aus unterschiedlichen Medikamentengruppen miteinander kombinieren, damit der Ziel- Wert für den Blutdruck erreicht werden kann. Gerade am Anfang der Behandlung mit Medikamenten kann es vorkommen, dass man sich ein bisschen schlapp fühlt. Es dauert oft bis zu zwei Wochen, bis der Körper sich an normale Blutdruckwerte wieder gewöhnt hat. Generell werden alle Blutdruckmedikamente gut vertragen, sollten Sie dennoch das Gefühl haben, dass Sie Nebenwirkungen verspüren, sprechen Sie uns gerne an! Wenn Sie ein Präparat nicht vertragen, dann können wir gemeinsam eine Alternative finden.